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Rechtsgebietsseiten: Der wichtigste Baustein der Website

Die Startseite wird überschätzt: Anfragen entstehen auf den Seiten zu einzelnen Rechtsgebieten. Wie eine solche Seite aufgebaut ist und was sie entwertet.

Geschäftsführer

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Rechtsgebietsseite „Fachanwalt für Arbeitsrecht in Marburg“ mit Fallliste, Ablauf, Ansprechpartner und Kontaktweg, rechts drei Unterseiten, dahinter die Startseite im SchattenKI-generiert
Inhalt
  1. 1Warum die Anfrage nicht auf der Startseite entsteht
  2. 2So ist eine Rechtsgebietsseite aufgebaut
  3. 3Wie viele Seiten und wie tief?
  4. 4Was eine gute Seite wieder entwertet
  5. 5Vier Schritte, die sich heute umsetzen lassen
  6. 6Häufige Fragen

Bei fast jedem Website-Projekt wird am längsten über die Startseite gesprochen. Welches Bild oben steht, wie der Claim lautet, ob die Kanzleigeschichte vor oder nach den Leistungen kommt. Das ist verständlich, aber es ist die falsche Reihenfolge. Wer eine Kanzlei sucht, landet in den seltensten Fällen zuerst auf der Startseite. Er kommt über eine konkrete Frage und landet auf der Seite, die diese Frage behandelt. Diese Seiten entscheiden über Anfragen und sie sind der Teil der Website, der am häufigsten vernachlässigt wird.

Warum die Anfrage nicht auf der Startseite entsteht

Suchanfragen von Mandanten sind fast immer konkret: „Kündigung erhalten was tun“, „Erbe ausschlagen Frist“, „Abmahnung Arbeitgeber“. Niemand sucht nach „Kanzlei mit breitem Beratungsspektrum“. Google zeigt deshalb die Seite, die genau zu dieser Frage passt, und dasselbe gilt für Assistenten wie ChatGPT, die eine Empfehlung aus dem Inhalt einer einzelnen Seite ableiten.

Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz: Ihre Startseite kann hervorragend sein und trotzdem fast keine Anfragen erzeugen, weil die meisten Besucher sie nie sehen. Sie steigen über eine Unterseite ein, lesen dort und entscheiden dort. Wenn diese Seite aus vier Sätzen unter der Überschrift „Arbeitsrecht“ besteht, ist die Entscheidung meistens gegen Sie gefallen, bevor sie überhaupt bewusst getroffen wurde. Sie ist damit die erste der fünf Anforderungen an eine Kanzleiwebsite, an denen sich entscheidet, ob aus einem Besucher eine Anfrage wird.

So ist eine Rechtsgebietsseite aufgebaut

Die folgende Struktur hat sich bei uns über mehrere Kanzleiprojekte durchgesetzt. Sie funktioniert für Arbeitsrecht genauso wie für Erb- oder Verkehrsrecht. Wie daraus eine vollständige Website für Anwälte wird, haben wir dort beschrieben.

1. Überschrift mit Rechtsgebiet und Ort. „Fachanwalt für Arbeitsrecht in Marburg“ ist keine kreative Überschrift, aber es ist die Formulierung, nach der gesucht wird. Kreativität gehört auf die Startseite, nicht hierhin.

2. Einstieg über den Fall, nicht über die Definition. Die ersten drei Sätze beschreiben die Situation, in der jemand auf dieser Seite landet. Also: „Sie haben eine Kündigung erhalten und haben drei Wochen Zeit, dagegen vorzugehen.“ Nicht: „Das Arbeitsrecht regelt die Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“ Der zweite Satz steht auf tausenden Seiten und hilft niemandem.

3. Typische Fälle als Liste. Fünf bis acht Punkte, in der Sprache der Mandanten. Kündigungsschutzklage, Aufhebungsvertrag, Abmahnung, Zeugnis, Überstunden. Diese Liste beantwortet die eigentliche Frage des Besuchers, nämlich ob er hier richtig ist.

4. Ablauf des Mandats in Schritten. Was passiert nach der Anfrage? Erstgespräch, Prüfung der Unterlagen, Einschätzung, dann Vertretung. Drei bis fünf Schritte reichen. Dieser Abschnitt nimmt die Unsicherheit von Menschen, die noch nie einen Anwalt beauftragt haben, und das sind die meisten.

5. Das Thema Kosten überhaupt ansprechen. Hier unterscheidet sich die Seite vom Wettbewerb, weil die meisten dazu schweigen. Schreiben Sie, ob Sie eine Erstberatung anbieten, wie die Abrechnung grundsätzlich läuft und wie Sie mit Rechtsschutzversicherungen umgehen. In welcher Form und mit welcher Genauigkeit Sie Gebühren nennen, entscheiden Sie nach Ihrem Berufs- und Gebührenrecht. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern dass die Frage auf der Seite vorkommt. Unsicherheit über Kosten ist ein häufiger Grund, ohne Anfrage weiterzuklicken.

6. Wer bearbeitet das Gebiet. Foto, Name, Fachanwaltstitel, ein Satz zur Erfahrung in genau diesem Gebiet, Link auf das vollständige Profil. Menschen beauftragen Menschen.

7. Kontaktweg direkt auf der Seite. Telefonnummer als klickbarer Link, kurzes Formular mit wenigen Feldern, Angabe der Reaktionszeit. Nicht der Verweis auf die Kontaktseite.

8. Ein Frageblock am Ende. Vier bis sechs Fragen, die im Erstgespräch ohnehin immer kommen, mit kurzen Antworten. Dieser Block ist der Teil der Seite, den Suchmaschinen und KI-Assistenten am häufigsten direkt zitieren, weil er eine Frage in einem Satz beantwortet.

Wie viele Seiten und wie tief?

Die Grundregel: eine Seite pro Rechtsgebiet, mit dem Sie aktiv Mandate gewinnen wollen. Für die meisten Kanzleien sind das drei bis sechs. Rechtsgebiete, die Sie zwar bearbeiten, aber nicht ausbauen möchten, gehören auf eine Übersichtsseite, nicht auf eine eigene Seite.

Interessant wird die zweite Ebene. Unter „Arbeitsrecht“ liegen Fragen mit ganz eigenem Suchvolumen: Kündigungsschutzklage, Aufhebungsvertrag, Abfindung, Zeugnisberichtigung. Wenn Sie ein Gebiet ernsthaft besetzen wollen, bekommt jede dieser Fragen eine eigene Seite, die auf die Hauptseite verweist und von ihr verlinkt wird. So entsteht statt einer Seite ein kleiner Bereich und genau diese Struktur trägt in der organischen Suche.

Zwei Einschränkungen dazu. Erstens: Jede zusätzliche Seite braucht eigenständigen Inhalt. Zwei Seiten, die dieselbe Frage mit anderen Worten beantworten, konkurrieren in der Suche miteinander und schwächen sich gegenseitig. Zweitens: Bauen Sie nicht alles auf einmal. Zwei gut gemachte Seiten schlagen zehn dünne und Sie sehen nach wenigen Wochen an den Zahlen, welches Thema trägt.

Was eine gute Seite wieder entwertet

Es gibt eine überschaubare Zahl von Fehlern, die immer wieder auftreten und die auch eine sonst saubere Seite unbrauchbar machen.

Der häufigste sind übernommene Textbausteine, oft aus einem Kanzlei-Baukasten. Sie sind rechtlich unbedenklich, aber sie stehen wortgleich auf vielen anderen Websites und weder Mandanten noch Suchmaschinen finden darin einen Grund, sich für Sie zu entscheiden.

Danach kommt der fehlende Ansprechpartner. Eine Seite ohne Gesicht wirkt wie ein Auszug aus einer Broschüre. Ebenso kritisch: kein Kontaktweg innerhalb der Seite, ein Formular mit zehn Feldern, eine Seite, die auf dem Smartphone nur mit Zoomen lesbar ist, und PDF-Downloads anstelle von Inhalten. Was in einem PDF steht, wird kaum gefunden und auf dem Handy ungern geöffnet.

Und schließlich: Seiten, die alles andeuten und nichts beantworten, weil die eigentliche Auskunft dem Erstgespräch vorbehalten bleiben soll. Das ist nachvollziehbar, funktioniert aber nicht. Wer online keine Antwort bekommt, sucht weiter, statt anzurufen.

Vier Schritte, die sich heute umsetzen lassen

Wenn Sie wenig Zeit haben, setzen Sie auf einer bestehenden Seite zuerst diese vier Punkte um:

  1. Die ersten drei Sätze neu schreiben, so dass sie die Situation des Mandanten beschreiben statt das Rechtsgebiet.
  2. Die Liste der typischen Fälle ergänzen, in der Sprache der Mandanten formuliert.
  3. Foto und Namen der zuständigen Person einfügen, mit Link auf das Profil und umgekehrt.
  4. Telefonnummer und ein kurzes Formular in die Seite selbst setzen, mit einem Satz zur Reaktionszeit.

Das ist keine vollständige Überarbeitung, aber es beseitigt die vier Gründe, aus denen Besucher am häufigsten abspringen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen
  • Was ist eine Rechtsgebietsseite?

    Eine Rechtsgebietsseite ist eine eigenständige Unterseite der Kanzleiwebsite, die genau ein Rechtsgebiet behandelt, mit eigenem Text, typischen Fällen, Ablauf, Kosten, zuständigem Ansprechpartner und einem Kontaktweg auf der Seite selbst. Sie ersetzt den kurzen Absatz auf einer gemeinsamen Leistungsübersicht.

  • Wie lang sollte eine Rechtsgebietsseite sein?

    600 bis 1.200 Wörter sind ein guter Rahmen. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern ob die Seite die Fragen beantwortet, mit denen Besucher ankommen. Bei stark umkämpften Gebieten in Großstädten liegt die Länge in der Praxis eher am oberen Ende, weil dort auch die konkurrierenden Seiten ausführlich sind.

  • Sollte der Ort in der Überschrift stehen?

    Ja, wenn Sie lokal Mandate gewinnen wollen. Ein großer Teil der Suchanfragen enthält eine Ortsangabe und die Kombination aus Rechtsgebiet und Ort ist deutlich leichter zu besetzen als das Rechtsgebiet allein. Der Ort sollte zusätzlich im Text und im Google-Unternehmensprofil konsistent auftauchen.

  • Wer schreibt die Texte für diese Seiten?

    In der Praxis funktioniert eine Arbeitsteilung am besten: Die Kanzlei liefert typische Fälle, Ablauf und Besonderheiten aus der eigenen Arbeit, die Ausformulierung und die Struktur übernehmen wir. Reine Agenturtexte ohne Rücksprache erkennt man und reine Anwaltstexte sind meist zu nah am Lehrbuch geschrieben.

  • Was ist der Unterschied zu einer Landingpage für Google Ads?

    Eine Rechtsgebietsseite ist auf die organische Suche und auf Vertrauensaufbau ausgelegt und darf ausführlich sein. Eine Anzeigen-Landingpage ist auf eine einzelne Kampagne zugeschnitten, deutlich kürzer und konsequent auf die Anfrage ausgerichtet. Beide können nebeneinander existieren, sollten sich aber inhaltlich nicht doppeln.

Dieser Beitrag behandelt Marketing und Website-Struktur und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Funktionsweise von Suchmaschinen und Assistenten beschreiben wir aus eigener Beobachtung, die Anbieter legen ihre Auswahlkriterien nicht offen.

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